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Sauerstoff

veröffentlicht am 29.07.2019

Tiefes Durchatmen befreit und beruhigt – denn Sauerstoff hat eine ausgesprochen wohltuende Wirkung auf uns. Tatsächlich ist dieses Gas entscheidend dafür, dass unser Organismus reibungslos funktioniert und wir überhaupt überleben können. Sauerstoff ist an den Vorgängen im Gehirn ebenso beteiligt wie an der Nahrungsverwertung, er stellt dem Körper die notwendige Energie zur Verfügung. Allerdings kann der Körper Sauerstoff nicht speichern, deshalb muss er ihn ständig von außen über die Atmung zuführen.

Für die Zellarbeit unabdinglich

Die Luft, die wir einatmen, besteht zu ca. 21 Prozent aus Sauerstoff, der Rest sind überwiegend Stickstoffe und Edelgase. Über die Atmung wird dieses Gemisch in die Lunge transportiert, wo die ca. 300 Millionen Lungenbläschen den Sauerstoff aufnehmen und in winzige Blutgefäße leiten, die so genannten Kapillaren. Hier kommt nun das Hämoglobin ins Spiel, der rote Blutfarbstoff. Dieser kann Sauerstoff nämlich binden und transportiert ihn nun mithilfe der roten Blutkörperchen in jede Zelle des Körpers.

In den Zellen passiert in Verbindung mit dem Sauerstoffs folgendes: Die Zelle verstoffwechselt Nährstoffe, die wir dem Körper über Nahrung zugefügt haben (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß), zu Energie. Ohne die O2 -Atome könnte in den Zellen kein Stoffwechsel stattfinden und nach ca. 2 Minuten ohne Sauerstoff würden die Zellen bereits absterben, kurze Zeit später der gesamte Organismus.

Die biochemische Reaktion, die in den Zellen abläuft, wird Atmungskette genannt, ihr Produkt ist ATP (Adenosin-Triphosphatsäure), welches die gewonnene Energie dem Körper zugänglich macht. Zunächst verbrennen die Mitochondrien, die Arbeiter der Atmungskette, den Sauerstoff. ATP, also das Produkt der Atmungskette, speichert die frei gewordene Energie und stellt sie dem Körper zur Verfügung. Die Zellen, in denen die Atmungskette stattfindet, werden gut durchblutet, repariert und erneuert – und erneuerte Zellen bewirken ein jugendliches und frisches Aussehen!

Hauptabnehmer: Unser Gehirn

Rund ein Fünftel des eingeatmeten Sauerstoffs werden direkt an das Gehirn abgegeben, es beansprucht von allen Organen den meisten Sauerstoff, um reibungslos zu funktionieren. Das Gehirn verstoffwechselt das O2-Gas sofort. Im Gegensatz zu den Muskeln, die kurzfristig auch ohne Sauerstoff Zucker in Energie umwandeln können, kann das Gehirn nicht auf einen anderen Stoffwechsel umsteigen und ist auf die Sauerstoff-Zufuhr angewiesen. Das heißt, um denken zu können, brauchen wir Zucker und Sauerstoff. Je weniger Sauerstoff in der Luft ist, desto schneller werden wir müde, schlapp und unkonzentriert. Das merkt man beispielsweise, wenn man in einem kleinem Raum mit vielen Menschen ist: dort sinkt der Sauerstoffanteil in der Luft und in gleichem Maße auch unsere Energie. Wer in so einer Situation einen klaren Kopf behalten und fit bleiben will, sollte zwischendurch an die frische Luft gehen oder zumindest am geöffneten Fenster ein paar Mal tief ein- und ausatmen.

Erhöhter Sauerstoffbedarf beim Sport

Gerade beim Sport, wo mehr Energie benötigt wird, spielt Sauerstoff eine wichtige Rolle. Im Alltag oder bei leichter Anstrengung reicht die normale Zellatmung aus, um den Körper ausreichend zu versorgen. Bei höherer Belastung jedoch benötigen die Muskeln viel Energie, um zu arbeiten: Unser Herz schlägt schneller um den Sauerstoff schneller durch den Körper zu pumpen und wir atmen heftiger und tiefer. Bei sehr hoher Belastung können die Muskeln kurzzeitig auch ohne Sauerstoff Energie gewinnen, dies hat jedoch Nebenwirkungen. Der Zucker wird nicht vollständig verbrannt, Laktat (Milchsäure) sammelt sich in den Muskeln und diese fangen an zu schmerzen und ermüden.

Der Booster für die Fettverbrennung

Im Gegensatz zu Zucker kann Fett nur in Verbindung mit Sauerstoff verbrannt werden. Das heißt, wenn Sie beim Sport Fett verbrennen wollen, dann muss im Gewebe immer genug Sauerstoff vorhanden sein. Trainieren Sie beispielsweise unter zu hoher Belastung, schaltet der Körper auf die anaerobe Energiegewinnung um und das Fett kann nicht verbrannt werden, weil der nötige Sauerstoff fehlt.
Ein Hinweis darauf, dass Sie anaerob trainiert haben, kann Muskelkater am nächsten Tag sein – für eine gelungene Fettverbrennung schrauben Sie hier die Belastung eher etwas nach unten.

Profitieren Sie vom Sauerstoff – hier unsere besten Tipps!

- Gewöhnen Sie sich an, grundsätzlich tief und ruhig zu atmen – so wird der ganze Organismus am besten mit Sauerstoff versorgt.
- Rauchen Sie nicht. Damit behindern Sie den Transport des Sauerstoffs in die Lungen und die Aufnahme des Sauerstoffs durch die Lungenbläschen, diese verkleben bei Rauchern.
- Lüften Sie viel und halten Sie sich häufig im Freien auf. Gehen Sie beispielsweise in Ihrer Mittagspause 15 Minuten stramm spazieren anstatt in der Kantine zu sitzen.
- Je mehr Sie sich bewegen, desto vollständiger wird der Sauerstoff ins Gewebe abgegeben. Integrieren Sie also ausreichend Bewegung in Ihren Alltag.
- Treiben Sie Ausdauersport und achten Sie dabei darauf, dass Sie sich nicht überanstrengen, damit genug Sauerstoff für eine optimale Fettverbrennung zur Verfügung gestellt werden kann.
- Trainieren Sie nach Möglichkeit zwischen 30 und 60 Minuten: In diesem Zeitraum wird anteilig am meisten Fett verbrannt. Wer kürzer als 30 Minuten trainiert, verbrennt viel im Blut zirkulierenden Zucker und weniger Fett, wer länger trainiert, läuft Gefahr sich zu überanstrengen und in den anaeroben Stoffwechsel zu gelangen.

Sie sehen selbst: Bewusst eingesetzt, wird Sauerstoff zum Alltagshelfer bei zahlreichen Gelegenheiten, um die Fettverbrennung anzukurbeln, die Zellen zu verjüngen, Müdigkeit und Schlappheit zu vertreiben und auch um Stress zu reduzieren. Langsames und tiefes Ein- und Ausatmen hilft nämlich nachweislich das wahrgenommene Stressgefühl zu mildern und den Körper zu entspannen.

Gönnen Sie sich also jeden Tag Ihre extra Portion Sauerstoff!

Sauerstoff